Marburg macht 500 Jahre Universitätsgeschichte öffentlich zugänglich
Im Landgrafenschloss ist eine Ausstellung zum 500-jährigen Jubiläum der Philipps-Universität zu sehen.
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Marburg macht 500 Jahre Universitätsgeschichte öffentlich zugänglich

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Ein Jubiläum beginnt mit historischen Objekten

Die Philipps-Universität Marburg hat ihr Jubiläumsjahr mit einer Ausstellung begonnen, die fünf Jahrhunderte Hochschulgeschichte anhand konkreter Objekte erzählt. „500 Jahre Universität Marburg – was von der Geschichte übrigblieb“ ist seit dem 15. Oktober im Museum für Kunst und Kulturgeschichte im Landgrafenschloss zu sehen. Die Ausstellung läuft bis zum 28. Februar 2027.

Sie bildet den ersten großen öffentlich zugänglichen Baustein auf dem Weg zum 500-jährigen Bestehen der Universität im Jahr 2027. Im Mittelpunkt stehen Materialien aus dem Universitätsarchiv, der Universitätsbibliothek und dem Universitätsmuseum. Zu den Exponaten gehören das Gründungsprivileg, historische Zepter und weitere Insignien der Hochschule. Gezeigt werden außerdem Schriftstücke aus verschiedenen Jahrhunderten, darunter Zeugnisse zur Geschichte des Frauenstudiums und zur Zeit des Nationalsozialismus. Auch die Nobelpreisurkunde des Marburger Forschers Emil von Behring ist Teil der Schau.

Damit setzt die Ausstellung nicht ausschließlich auf große Namen oder feierliche Meilensteine. Neben besonders wertvollen Stücken sind auch unscheinbarere Dokumente zu sehen. Sie machen sichtbar, wie sich Studium, Verwaltung und gesellschaftliche Erwartungen im Laufe der Zeit verändert haben. Die Universität beschreibt die Ausstellung als Einladung, ihre Geschichte über überlieferte Gegenstände und Dokumente zu entdecken. ([uni-marburg.de](https://www.uni-marburg.de/de/aktuelles/news/2026/was-bleibt-was-kommt-ausstellung-im-marburger-landgrafenschloss?utm_source=openai))

Eine Fahrradstaffel verbindet zwei historische Orte

Der Ausstellungseröffnung ging am 14. Oktober der offizielle Auftakt des Jubiläumsjahres voraus. Studierende des Collegium Philippinum fuhren von Homberg (Efze) nach Marburg. Sie nutzten dabei den neuen Radweg Philipp500, der symbolisch zwei historische Stationen miteinander verbindet: die Homberger Synode von 1526 und die Gründung der Marburger Universität im Jahr 1527 durch Landgraf Philipp von Hessen.

In Marburg wurden die Radfahrerinnen und Radfahrer an der Alten Universität empfangen. Anschließend zog ein Festzug durch die Innenstadt zum Landgrafenschloss. Dort kamen Studierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Beschäftigte aus Verwaltung, Technik und Wissenschaftsmanagement zusammen. Nach Angaben der Universität wurde der Auftakt durch die Übergabe eines Staffelstabs aus Homberg an die Philipps-Universität geprägt.

Das Fest richtete sich vor allem an die Universitätsangehörigen. Die Ausstellung im Schloss öffnet das Jubiläum dagegen für ein breiteres Publikum. Zugleich findet sie an einem Ort statt, der selbst zu den markantesten historischen Gebäuden Marburgs gehört und seit Langem als Museum genutzt wird. ([uni-marburg.de](https://www.uni-marburg.de/de/aktuelles/news/2026/jubilaeumsstartfest?utm_source=openai))

Universitätsgeschichte als Teil des Stadtlebens

Das Jubiläumsprogramm soll nicht bei einer Rückschau stehen bleiben. Vorgesehen sind Vorträge, Ausstellungen, Konzerte, Gespräche, Performances und wissenschaftliche Tagungen. Das digitale Projekt „Marburger Wissensräume“ macht Orte sichtbar, an denen Wissen in der Stadt entstanden, vermittelt und diskutiert wurde. Dazu gehören auch historische Wissensorte, die heute nicht mehr existieren. Studierende sind an der Entwicklung beteiligt.

Weitere angekündigte Projekte richten sich ausdrücklich an Schulen und die Stadtgesellschaft. Ein hybrides Escape-Game soll Schülerinnen und Schüler dabei unterstützen, Desinformation zu erkennen. Hinzu kommen Klaviere im öffentlichen Raum, eine Sportwoche und künstlerische Formate, die Universitätsangehörige auf die Bühne bringen. So wird das Jubiläum nicht nur als Feier einer alten Institution verstanden, sondern als Gelegenheit, über die heutige Rolle der Universität zu sprechen.

Für Marburg ist diese Verbindung besonders naheliegend. Die Stadt ist eng durch ihre Gebäude, Sammlungen, Arbeitsplätze und öffentlichen Veranstaltungen mit der Hochschule verbunden. Die Jubiläumsprojekte stellen deshalb eine praktische Frage: Wie kann eine Universität ihre Forschung, ihre Bestände und ihre gesellschaftliche Verantwortung besser mit den Menschen teilen, die in ihrer Umgebung leben?

Fünf Monate für einen vielschichtigen Blick

Die Ausstellung bietet dafür einen überschaubaren und zugleich vielseitigen Zugang. Sie ist vom 15. Oktober 2026 bis zum 28. Februar 2027 im Museum für Kunst und Kulturgeschichte im Landgrafenschloss geöffnet. Im Veranstaltungskalender der Universität werden Studierende, Beschäftigte, Ehemalige und Gäste als Zielgruppen genannt. Außerdem werden ein barrierefreier Zugang, ein barrierefreies WC, die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und Parkmöglichkeiten ausgewiesen.

Der besondere Wert der Schau liegt in ihrer thematischen Breite. Die Exponate erzählen nicht nur von wissenschaftlichen Leistungen und institutioneller Kontinuität. Sie verweisen auch auf Veränderungen bei Bildungschancen, auf schwierige Kapitel der deutschen Geschichte und auf die Frage, wie Hochschulen von gesellschaftlichen Entwicklungen geprägt werden. Die Ausstellung schafft damit Raum für eine Erinnerungskultur, die Erfolge anerkennt, aber auch Brüche und Verantwortlichkeiten sichtbar lässt.

Geöffnet ist die Ausstellung dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr. Im weiteren Verlauf des Jubiläumsjahres sollen zusätzliche Projekte, Veranstaltungen und digitale Angebote folgen. Marburg verbindet damit die Bewahrung historischer Quellen mit einer öffentlichen Diskussion darüber, wie Universität in Zukunft gestaltet und erlebt werden kann. ([uni-marburg.de](https://www.uni-marburg.de/de/aktuelles/news/2026/was-bleibt-was-kommt-ausstellung-im-marburger-landgrafenschloss?utm_source=openai))

Quellen

Lena Klingbach
Lena Klingbach ist die versierte Redakteurin der Kolumne Kultur & Bildung, mit einem scharfen Auge für die Künste und einer Leidenschaft für die Kraft des Lernens. Ihr Hintergrund in Kunstgeschichte und Literatur ermöglicht es ihr, Geschichten zu kuratieren, die den Reichtum des kulturellen Erbes und des intellektuellen Lebens der baltischen Region feiern. Lena ist überzeugt, dass Kultur und Bildung die Eckpfeiler einer starken Gesellschaft sind, und widmet sich leidenschaftlich der Aufgabe, diese lebenswichtigen Geschichten den Lesern der Baltischen Rundschau näherzubringen.

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