Norwegen eröffnet landesweite Woche der verbotenen Bücher mit Blick auf junge Leser
Norwegens Woche der verbotenen Bücher 2026 beginnt mit einer Diskussion über Kinder- und Jugendliteratur.
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Norwegen eröffnet landesweite Woche der verbotenen Bücher mit Blick auf junge Leser

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Eine literarische Woche beginnt in Oslo

Norwegen startet am Montag, dem 5. Oktober, seine landesweite Woche der verbotenen Bücher. Die Eröffnungsveranstaltung findet an der Universität Oslo statt und widmet sich der Frage, wie Kinder und Jugendliche Zugang zu unterschiedlichen literarischen Stimmen behalten können. Ministerpräsident Jonas Gahr Støre soll die Veranstaltung um 16 Uhr auf der HumSam-Bühne im Georg-Sverdrup-Gebäude eröffnen.

Die Aktionswoche läuft vom 5. bis zum 11. Oktober. Organisiert wird sie von der Universitätsbibliothek Oslo gemeinsam mit Norsk PEN und dem norwegischen Bibliotheksverband. Ziel ist es, Gespräche über Lesefreiheit, demokratische Kultur und die Bedeutung öffentlicher Bibliotheken anzuregen.

Kinder- und Jugendbücher im Mittelpunkt

Die erste Gesprächsrunde konzentriert sich auf Literatur für Kinder und junge Erwachsene. Auf dem Podium stehen laut Veranstaltungsprogramm die Autorin und Journalistin Marta Breen, der Dozent der Oslo Metropolitan University und Dragkünstler Remi Johansen Hovda, die Lektorin Ragnfrid Trohaug vom Verlag Cappelen Damm sowie Helene Voldner, Vorsitzende des norwegischen Bibliotheksverbands.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wer darüber entscheiden soll, welche Bücher junge Menschen lesen dürfen. Zugleich geht es darum, welche Rolle Bibliotheken und Schulen bei der Vermittlung schwieriger oder ungewohnter Themen spielen können. Die Veranstalter nennen unter anderem Identität, Geschlecht, Rassismus, Religion, den Körper und belastende Lebenserfahrungen als Themen, die bei Büchern für junge Leser häufig zu Debatten führen.

Die norwegische Initiative behandelt diese Themen nicht als reine Kontroverse. Sie versteht Literatur vielmehr als Möglichkeit, Neugier zu fördern, Erfahrungen anderer kennenzulernen und Gespräche über gesellschaftliche Werte zu führen.

Eine landesweite Kampagne der Bibliotheken

Die Osloer Eröffnung ist der Auftakt zu einem Programm, an dem Bibliotheken, Buchhandlungen, Verlage und weitere Einrichtungen im ganzen Land teilnehmen können. Norsk PEN berichtet, dass sich 2025 mehr als 590 Bibliotheken, Buchhandlungen, Verlage und Organisationen mit Ausstellungen, Veranstaltungen und anderen Aktivitäten beteiligten.

Für die diesjährige Ausgabe sind unterschiedliche Formate vorgesehen: Buchpräsentationen, Lesekreise, Autorengespräche, Schultage und Ausstellungen. Dadurch können lokale Einrichtungen das nationale Thema mit ihren eigenen Gemeinden verbinden. Besonders Schulbibliotheken und öffentliche Bibliotheken erhalten Gelegenheit, über den Zugang zu Literatur und über den Umgang mit Einwänden gegen einzelne Titel zu sprechen.

Ein Bericht der Bibliotheksdienste in Akershus, Buskerud und Østfold zeigt, wie diese lokale Arbeit aussehen kann. Bibliotheksmitarbeiter wollen dort erklären, warum Bücher in unterschiedlichen Ländern und Zeiten angefochten oder aus Sammlungen entfernt werden. Gleichzeitig stellen sie aktuelle Literatur für junge Menschen vor und schaffen Raum für Gespräche.

Bibliotheken als offene Kulturorte

Die norwegische Woche ist Teil einer internationalen Bewegung, die auch in Schweden und Dänemark aufgegriffen wird. In Norwegen steht dabei besonders die öffentliche Bibliothek im Vordergrund: ein Ort, an dem Menschen selbstständig stöbern, verschiedene Perspektiven entdecken und ohne Zugangshürden am kulturellen Leben teilnehmen können.

Damit reicht das Thema über den Literaturbetrieb hinaus. Es verbindet Verlage, Bildung, Bibliotheken und demokratische Beteiligung. Für die Kulturinstitutionen bietet die Aktionswoche einen konkreten Anlass, über die alltäglichen Voraussetzungen für freien Zugang zu Wissen zu sprechen.

Die Eröffnungsveranstaltung aus Oslo wird übertragen. Im weiteren Verlauf der Woche wird die Diskussion in Bibliotheken, Schulen, Buchhandlungen und anderen Veranstaltungsorten im ganzen Land fortgesetzt. Der Ansatz ist zugleich kulturell und praktisch: Leserinnen und Leser sollen nicht nur über Lesefreiheit sprechen, sondern Bücher kennenlernen und selbst auswählen können.

Quellen

Lena Klingbach
Lena Klingbach ist die versierte Redakteurin der Kolumne Kultur & Bildung, mit einem scharfen Auge für die Künste und einer Leidenschaft für die Kraft des Lernens. Ihr Hintergrund in Kunstgeschichte und Literatur ermöglicht es ihr, Geschichten zu kuratieren, die den Reichtum des kulturellen Erbes und des intellektuellen Lebens der baltischen Region feiern. Lena ist überzeugt, dass Kultur und Bildung die Eckpfeiler einer starken Gesellschaft sind, und widmet sich leidenschaftlich der Aufgabe, diese lebenswichtigen Geschichten den Lesern der Baltischen Rundschau näherzubringen.

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