Tallinn beginnt in Kürze mit der umfassenden Erneuerung des öffentlichen Raums im zweiten Mikrorajoon des Stadtteils Mustamäe. Die Bauarbeiten sollen am 14. September 2026 starten und die inneren Straßen, Gehwege und Verkehrsflächen des Wohnviertels schrittweise modernisieren.
Nach Angaben der Stadt belaufen sich die Gesamtkosten auf rund 3,5 Millionen Euro. Die Fertigstellung ist für Dezember 2027 vorgesehen. Das Projektgebiet liegt zwischen Ehitajate tee, E. Vilde tee, Akadeemia tee und Kadaka tee. ([adaur.ee](https://www.adaur.ee/tallinna-linn-rajab-mustamaele-uued-teed-ja-turvalisemad-liikumisvoimalused/?utm_source=openai))
Mehr als eine neue Fahrbahndecke
Die Maßnahme beschränkt sich nicht auf die Sanierung von Straßen. Tallinn will die wichtigsten inneren Verkehrswege des Viertels neu ordnen und getrennte Wege für Fußgänger und Radfahrer anlegen. Auch die Parkflächen sollen klarer strukturiert werden.
Zum Vorhaben gehören zudem neue oder erneuerte Straßenbeleuchtung, Begrünung und Stadtmobiliar. Damit soll ein öffentlicher Raum entstehen, der nicht nur technisch besser funktioniert, sondern auch für alltägliche Wege zwischen Wohnungen, Haltestellen, Geschäften und Einrichtungen angenehmer nutzbar ist.
Ein beträchtlicher Teil der Arbeiten betrifft die technische Infrastruktur unter der Oberfläche. Vorgesehen sind die Erneuerung von Leitungen der Fernwärme sowie Verbesserungen bei der Regenwasserableitung und bei den Wasser- und Abwassersystemen. Die Stadt verbindet damit die Erneuerung der Verkehrsflächen mit Arbeiten an den Versorgungsnetzen.
Die Projektunterlagen beschreiben Mustamäe II als gewachsenes Wohngebiet, in dem Fußwege und Parkflächen teilweise nicht den heutigen Anforderungen entsprechen. Die Neugestaltung soll diese unterschiedlichen Nutzungen besser voneinander trennen und die Wege durch das Viertel übersichtlicher machen. ([tallinn.ee](https://www.tallinn.ee/et/mustamae2?utm_source=openai))
Verkehrssicherheit im Mittelpunkt
Ein Schwerpunkt liegt auf der Beruhigung des inneren Verkehrs. Im Viertel gilt bereits eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 20 Kilometern pro Stunde. Ergänzend sind angehobene Kreuzungen, versetzte Fahrbahnführungen und weitere bauliche Maßnahmen geplant, die zu langsamerem Fahren beitragen sollen.
Die vorgesehenen getrennten Geh- und Radwege sollen die wichtigsten inneren Straßen sicherer und besser lesbar machen. Auch die Beleuchtung wird neu geplant. Eine funktionierende Regenwasserableitung soll verhindern, dass Wege und Fahrbahnränder bei Niederschlägen unnötig schwer passierbar werden.
Ein konkretes lokales Problem soll durch eine neue Zufahrt vom Parkplatz des Kulturzentrums Kaja zur E. Vilde tee gelöst werden. Dadurch soll der Autoverkehr vor dem Lieferbereich eines nahe gelegenen Maxima-Marktes reduziert werden. Die bisherige Situation wird in den Projektunterlagen als unübersichtlich beschrieben, insbesondere wegen eingeschränkter Sichtbeziehungen.
Neue Bushaltestelle an der E. Vilde tee
Auch der öffentliche Verkehr ist Teil des Projekts. An der E. Vilde tee soll eine neue Bushaltestelle mit einer 41 Meter langen Warteplattform und einem Wartehäuschen entstehen. Damit erhält der Haltepunkt eine klar definierte Fläche für Fahrgäste und Busse.
Die Haltestelle ist in ein größeres Konzept eingebettet, das die verschiedenen Verkehrsarten im Wohnviertel besser miteinander verbinden soll. Fußwege, Radverbindungen, Parkplätze und Busverkehr werden nicht als voneinander unabhängige Einzelmaßnahmen behandelt, sondern als Teile desselben Straßenraums.
Im Projektgebiet befinden sich unter anderem die Kadaka-Grundschule, zwei Kindergärten, das Unterstützungszentrum Juks, das Kulturzentrum Kaja, die Verwaltung des Stadtteils Mustamäe, ein Geschäft und mehrere kleinere Unternehmen. Die Straßen werden daher täglich von Anwohnern, Schülern, Beschäftigten, Lieferdiensten und Besuchern genutzt.
Arbeiten bis Ende 2027 geplant
Während der Bauzeit müssen sich Anwohner auf vorübergehende Einschränkungen einstellen. Da neben den Oberflächen auch Versorgungsleitungen erneuert werden, ist mit wechselnden Zugängen und Verkehrsregelungen in den einzelnen Bauabschnitten zu rechnen.
Die grundlegende Lage der inneren Straßen soll nach den veröffentlichten Planungen weitgehend erhalten bleiben. Verändert werden vor allem ihre Ausgestaltung und Nutzung: mehr Platz und klare Verbindungen für Fuß- und Radverkehr, geordnete Parkbuchten, bessere Beleuchtung, sicherere Kreuzungen und eine verlässlichere Entwässerung.
Für Mustamäe ist das Projekt damit eine Investition in ein bestehendes Wohnviertel und nicht in ein neues Siedlungsgebiet. Die langfristige Wirkung wird davon abhängen, wie gut die neuen Wege im Alltag funktionieren, ob die Bushaltestelle bequem erreichbar ist und wie dauerhaft die Grün- und Aufenthaltsbereiche gepflegt werden.
Der Baubeginn ist für den 14. September 2026 vorgesehen. Die Fertigstellung soll im Dezember 2027 erfolgen.



















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