Eine stadtweite Bühne für zeitgenössischen Tanz
Das Berliner Festival Tanz im August hat sein Programm für 2026 veröffentlicht. Vom 13. bis 29. August wird die 38. Ausgabe an 11 Spielorten insgesamt 19 Produktionen zeigen. Zum künstlerischen Programm kommen Publikumsgespräche, Workshops, Podcast-Folgen und weitere Begegnungsformate hinzu.
Veranstalter ist HAU Hebbel am Ufer. Das Festival beschränkt sich jedoch nicht auf ein einzelnes Theaterhaus. Vorgesehen sind unter anderem die Berlinische Galerie, HAU1, HAU2 und HAU3, das Haus der Berliner Festspiele, das Radialsystem, die Sophiensæle, das Stadtbad Oderberger, die St.-Elisabeth-Kirche und das Tempelhofer Feld. Dadurch wird Tanz im August zu einem ausgesprochen städtischen Festival, das zeitgenössische Kunst in unterschiedlichen kulturellen und öffentlichen Räumen erlebbar macht.
Die aktuelle Ankündigung ist deshalb nicht nur eine weitere Meldung aus dem Berliner Veranstaltungskalender. Tanz im August verbindet internationale Künstlerinnen und Künstler mit dem lokalen Publikum, Studierenden, Kulturfachleuten und Menschen, die zeitgenössischen Tanz vielleicht bisher nur selten besucht haben. Die begleitenden Formate sollen helfen, Aufführungen einzuordnen und Gespräche über die Arbeiten zu eröffnen.
Internationale Produktionen und neue Begegnungen
Nach Angaben des Festivals umfasst das Programm drei Premieren, sechs Deutschlandpremieren sowie vier Berliner und internationale Koproduktionen. Vertreten sind Choreografinnen, Choreografen und Ensembles aus verschiedenen Ländern und künstlerischen Traditionen, darunter das Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan, das Ballet national de Marseille mit dem Kollektiv (LA)HORDE, Calixto Neto, Marco da Silva Ferreira, Diana Niepce und Lenio Kaklea.
Angekündigt sind unter anderem Sounding Light des Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan, Après moi, le déluge des Ballet national de Marseille und (LA)HORDE sowie Marco da Silva Ferreiras F*cking Future. Zum weiteren Programm gehören Diana Niepces HORNFUCKERS, Lenio Kakleas Les Oiseaux und MASTERWORK FOR SIX DANCERS von En-Knap, Emese Cuhorka und Csaba Molnár.
Die Vielfalt zeigt sich auch außerhalb der Bühnen. Künstlergespräche und Workshops bieten die Möglichkeit, Arbeitsweisen und Perspektiven kennenzulernen. Podcast-Folgen schaffen einen zusätzlichen Zugang zu den beteiligten Künstlern. Solche Angebote können besonders für Besucherinnen und Besucher hilfreich sein, die mit zeitgenössischem Tanz noch wenig vertraut sind.
Tanz als gemeinsamer öffentlicher Moment
Das Festival beschreibt sein diesjähriges Programm mit dem Bild einer Wetterkarte. Gemeint ist eine künstlerische Betrachtung einer Welt in Bewegung, in der Menschen nach Orientierung suchen und Beziehungen neu wahrnehmen. Die Betonung gemeinsamer Verantwortung und gemeinsamer Erfahrung verleiht dem Programm eine gesellschaftliche Ebene, ohne den Charakter eines politischen Forums anzunehmen.
Darin liegt eine wichtige Funktion von Kulturfestivals in einer Großstadt. Eine Aufführung bildet für kurze Zeit eine Gemeinschaft im Zuschauerraum. Ein Workshop oder ein Gespräch kann diese Begegnung über den eigentlichen Bühnenabend hinaus verlängern. Weil Tanz im August mehrere Stadtteile und unterschiedliche Raumtypen einbezieht, werden Besucher zudem eingeladen, Berlin auf neuen kulturellen Wegen zu erkunden.
Besonders sichtbar wird das am Tempelhofer Feld. Der ehemalige Flughafen ist einer der bekanntesten öffentlichen Orte Berlins. Seine Einbindung stellt zeitgenössische Performance in einen Raum, der zugleich Veranstaltungsort und Teil des alltäglichen Stadtlebens ist. Mit der Berlinischen Galerie und dem Radialsystem kommen außerdem etablierte Häuser aus Bildender Kunst und darstellenden Künsten hinzu.
Ein Programm für unterschiedliche Formen der Teilnahme
Die Veröffentlichung kurz vor Festivalbeginn gibt dem Publikum Gelegenheit, aus einer großen Zahl von Veranstaltungen auszuwählen. Karten und weitere Informationen sind über die Festivalwebsite erhältlich; auch das offizielle Berliner Veranstaltungsportal führt Termine und Spielorte auf.
Für Gäste bietet das Programm verschiedene Einstiege: den Besuch einer einzelnen Aufführung, eine Reihe mehrerer Produktionen, einen Workshop oder einen Abend mit Performance und Gespräch. Für Berlinerinnen und Berliner entsteht ein sommerliches Angebot, internationale Arbeiten in bekannten und weniger vertrauten Teilen der Stadt zu erleben.
Tanz im August findet vom 13. bis 29. August 2026 statt. Die Grundidee des Festivals ist dabei unmittelbar verständlich: Bewegung lässt sich betrachten, diskutieren und gemeinsam erfahren. In einer Stadt mit einem dichten Kulturkalender schafft die Veranstaltung wiederholt Gelegenheiten, bei denen Menschen über zeitgenössische Kunst miteinander ins Gespräch kommen.


















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