Die lettische Innovationsplattform BioPhoT stellt am 29. Oktober in Riga fast 40 Forschungsprototypen vor. Die Veranstaltung soll zeigen, welche Technologien derzeit an lettischen Forschungseinrichtungen entwickelt werden und wie daraus praktische Anwendungen, Partnerschaften oder marktfähige Produkte entstehen können.
Die Ankündigung wurde am 28. Oktober veröffentlicht. Veranstaltungsort ist das Haus der Wissenschaft der Universität Lettlands. Erwartet werden Forschende, Unternehmen aus technologieintensiven Branchen, Investoren, Industrievertreter und Vertreter des öffentlichen Sektors. Die Konferenzsprache ist Englisch; eine Anmeldung ist weiterhin über die Plattform möglich.
Die Strecke vom Labor zum Markt
BioPhoT konzentriert sich auf eine Phase, die für viele Forschungsprojekte entscheidend ist: den Übergang von einem wissenschaftlichen Ergebnis zu einer Technologie, die getestet, weiterentwickelt und möglicherweise kommerzialisiert werden kann.
Die Plattform unterstützt Forschungsteams unter anderem bei der technologischen Entwicklung, bei Kommerzialisierungsstrategien, Fragen des geistigen Eigentums und der Suche nach geeigneten Industriepartnern. Genau diese Themen stehen auch im Mittelpunkt der Konferenz. Zwei Podiumsdiskussionen befassen sich mit den Herausforderungen auf dem Weg aus dem Labor in die Wirtschaft.
Im Programm sind außerdem Kurzpräsentationen aller 66 von BioPhoT unterstützten Forschungsteams vorgesehen. Die Projekte decken Biomedizin und Pharmazie, medizinische Technologien, Photonik, intelligente Materialien und Ingenieurwissenschaften ab. Eine Ausstellung zeigt Prototypen und erläutert ihre möglichen Anwendungen sowie die nächsten Entwicklungsschritte.
Ein langfristiger Forschungs- und Innovationsrahmen
Nach Angaben der lettischen Investitions- und Entwicklungsagentur wurden seit 2025 im Rahmen von BioPhoT 66 Innovationsprojekte entwickelt. Bislang seien dafür 12,7 Millionen Euro eingesetzt worden. Das erklärte Ziel der Plattform ist es, Technologien bis 2032 bis zur Kommerzialisierungsphase weiterzuentwickeln.
An der Umsetzung beteiligt sind unter anderem das Institut für Elektronik und Informatik, die Universität Lettlands, das Institut für Festkörperphysik der Universität Lettlands, das Lettische Staatliche Institut für Holzchemie, das Institut BIOR für Lebensmittelsicherheit, Tiergesundheit und Umwelt, die Rīga Stradiņš-Universität sowie die Technische Universität Riga.
BioPhoT ist Teil des staatlichen Forschungsprogramms „Innovationsfonds – Langfristiges Forschungsprogramm“ und wird vom lettischen Wirtschaftsministerium finanziert. Das Institut für Festkörperphysik der Universität Lettlands gibt für das Gesamtprojekt einen Umsetzungszeitraum von Dezember 2024 bis November 2026 an. Die Plattform soll jedoch eine längerfristige Forschungs- und Innovationsarbeit unterstützen.
Mehr Zusammenarbeit zwischen Forschung und Unternehmen
Die Konferenz ist nicht nur eine Ausstellung. Sie soll auch darüber beraten, wie wissenschaftliche Qualität in international wettbewerbsfähige Innovationen übersetzt werden kann. Ein Teil des Programms widmet sich der Zusammenarbeit zwischen Forschung und Unternehmen, ein weiterer dem Weg neuer Technologien von der Laborentwicklung bis zum Markt.
Auf der Rednerliste stehen Vertreter der Universität Lettlands, der Technischen Universität Riga, der Rīga Stradiņš-Universität, lettischer Unternehmen, des Wirtschaftsministeriums und privater Innovationsorganisationen. Damit soll ein Gespräch entstehen, das nicht bei der Präsentation von Forschungsergebnissen endet, sondern auch Fragen der Erprobung, Finanzierung und industriellen Nutzung einbezieht.
Ein wissenschaftlich überzeugendes Ergebnis wird nicht automatisch zu einem Produkt. Häufig sind zusätzliche technische Entwicklung, Tests, Schutzrechte, Investitionen und ein geeigneter Industriepartner erforderlich. BioPhoT versucht, diese einzelnen Schritte stärker miteinander zu verbinden und den Austausch zwischen den beteiligten Gruppen zu erleichtern.
Ein Schaufenster für lettische Forschung
Die Veranstaltung bietet damit einen Überblick über Bereiche, in denen Lettland wissenschaftliche Kompetenz mit wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Anwendungen verknüpft. Photonik und intelligente Materialien können für moderne Fertigung und digitale Technologien relevant sein. Biomedizinische und medizinische Projekte können zur Entwicklung neuer Diagnose- und Behandlungslösungen beitragen.
Die unmittelbare Nachricht ist die Prototypenschau am 29. Oktober in Riga. Ihre längerfristige Bedeutung wird davon abhängen, ob aus den Gesprächen neue Tests, Investitionen, Kooperationen oder Produkte hervorgehen. BioPhoT macht jedoch bereits sichtbar, wie lettische Forschungsteams daran arbeiten, die Distanz zwischen einer Idee im Labor und einer nutzbaren Technologie zu verkürzen.






















Comments