Litauen öffnet Labore und Hochschulen für die Europäische Nacht der Forschenden
Am 25. September 2026 laden litauische Hochschulen und Forschungseinrichtungen die Öffentlichkeit ein.
VilniusWissenschaft und Bildung

Litauen öffnet Labore und Hochschulen für die Europäische Nacht der Forschenden

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Litauische Hochschulen und Forschungseinrichtungen bereiten sich auf einen Abend vor, an dem Wissenschaft ausdrücklich für die Öffentlichkeit gedacht ist: Am Freitag, dem 25. September 2026, findet in Litauen die Europäische Nacht der Forschenden statt. Veranstaltungen sind in elf Städten geplant. Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Familien und alle Interessierten können dabei Forschungsarbeit aus nächster Nähe kennenlernen.

Die Universität Vilnius kündigte am 21. September mehr als 25 Programmpunkte an. Dazu gehören Vorträge, praktische Workshops, interaktive Angebote, Führungen durch wissenschaftliche Labore und Gespräche mit Forschenden. Besonders angesprochen werden Schülerinnen und Schüler ab der siebten Klasse, Lehrkräfte und die breite Öffentlichkeit. ([vu.lt](https://www.vu.lt/visos-naujienos/paskutini-rugsejo-penktadieni-vilniaus-universitetas-kvies-i-europos-tyreju-nakties-renginius?utm_source=openai))

Wissenschaft zum Ausprobieren

Das Programm in Vilnius steht unter dem Schwerpunkt Licht. Das litauische Motto lautet „Šviesu, kai žinai“, sinngemäß: „Wissen macht es heller.“ Der thematische Rahmen reicht von Sehen und Wahrnehmung bis zu Molekularbiologie, Chemie, Mikroorganismen, digitalen Verfahren und den physikalischen Eigenschaften des Lichts.

Im Life Sciences Center der Universität Vilnius sind Besichtigungen von Laboren für Molekularbiologie sowie Stamm- und Krebszellforschung vorgesehen. Außerdem können Besucherinnen und Besucher das Herbarium und das Zoologische Museum der Universität kennenlernen. Praktische Stationen widmen sich unter anderem biomedizinischer Forschung, DNA, Pflanzenbestimmung, Hologrammen und Mikroorganismen. Ein Vortrag des Forschers Mindaugas Mitkus beschäftigt sich mit dem Sehen und der Frage, wie Wahrnehmung wissenschaftlich untersucht wird. ([vu.lt](https://www.vu.lt/visos-naujienos/paskutini-rugsejo-penktadieni-vilniaus-universitetas-kvies-i-europos-tyreju-nakties-renginius?utm_source=openai))

Der Wert des Formats liegt nicht nur darin, Geräte oder Labore zu zeigen. Besucher können Fragen stellen, kleine Experimente durchführen und mit Menschen sprechen, die täglich forschen. Für die schulische Bildung entsteht dadurch eine direkte Verbindung zwischen Unterricht und Forschungspraxis: Wie entsteht Wissen? Wie werden Ergebnisse überprüft? Und warum kann eine scheinbar einfache Frage ein langfristiges Forschungsprojekt auslösen?

Ein landesweites Angebot

Die Europäische Nacht der Forschenden beschränkt sich nicht auf die Hauptstadt. Veranstaltungen sind in Vilnius, Kaunas, Klaipėda, Šiauliai, Panevėžys, Marijampolė, Alytus, Utena, Tauragė, Telšiai und Molėtai vorgesehen. Begleitende Aktivitäten haben teilweise bereits am 21. September begonnen; der zentrale Veranstaltungstag ist der 25. September.

Das litauische Programm gehört zum Projekt „Cities in STEAM“. Beteiligt sind die Universität Klaipėda, die Universität Vilnius, die Vytautas-Magnus-Universität, die Mykolas-Romeris-Universität und Mokslo Sala. Die Zusammenarbeit verbindet Hochschulen, regionale Einrichtungen und Schulen und macht deutlich, dass Wissenschaftskommunikation nicht nur in großen akademischen Zentren stattfinden muss. ([vu.lt](https://www.vu.lt/visos-naujienos/paskutini-rugsejo-penktadieni-vilniaus-universitetas-kvies-i-europos-tyreju-nakties-renginius?utm_source=openai))

Auch das Zentrum für Physikalische Wissenschaften und Technologie in Vilnius beteiligt sich. Unter dem Titel „See the Unseen“ werden am 25. September von 18 bis 21 Uhr unter anderem Quantenschwebe, Experimente mit flüssigem Stickstoff, Optik, technische Herausforderungen und Laborrätsel angeboten. Das Zentrum kündigt außerdem Gespräche mit Forschenden an. Der Eintritt ist nach Angaben der Einrichtung frei; eine Anmeldung ist nicht erforderlich, allerdings ist die Kapazität begrenzt. ([ftmc.lt](https://www.ftmc.lt/events-and-ads/european-researchers-night-ftmc-see-the-unseen/?utm_source=openai))

Teil einer europäischen Wissenschaftsinitiative

Die Europäische Nacht der Forschenden ist Teil einer europaweiten Initiative der Europäischen Kommission im Rahmen der Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen. Am 25. September 2026 öffnen Forschungseinrichtungen in vielen Ländern ihre Türen und bieten Experimente, Spiele, Vorträge, Ausstellungen und weitere Formate an. Ziel ist es, den direkten Kontakt zwischen Öffentlichkeit und Forschenden zu fördern und zu zeigen, wie Forschung den Alltag beeinflusst. ([erc.europa.eu](https://erc.europa.eu/news-events/events/erc-grantees-european-researchers-night-2026-edition?utm_source=openai))

Für Litauen bietet der Aktionstag eine Möglichkeit, wissenschaftliche Arbeit als offenen Prozess zu präsentieren. Besucher sehen nicht nur fertige Ergebnisse, sondern auch Methoden, Fragen und Menschen dahinter. Ein Gespräch mit einer Doktorandin, eine Führung durch ein Labor oder ein eigenes kleines Experiment kann dabei einen ersten Eindruck von möglichen Studien- und Berufswegen vermitteln.

Gerade für Schülerinnen und Schüler ist diese Nähe wichtig. Naturwissenschaften und Technik erscheinen im Unterricht oft als fertige Systeme aus Formeln, Begriffen und Versuchsanleitungen. In den Laboren wird dagegen sichtbar, dass Forschung auch aus Unsicherheit, Zusammenarbeit, Wiederholung und Neugier besteht. Die Europäische Nacht der Forschenden macht diese Prozesse zugänglich, ohne dass Besucherinnen und Besucher bereits Fachkenntnisse mitbringen müssen.

Besuch gut vorbereiten

Das konkrete Angebot unterscheidet sich je nach Stadt und Einrichtung. Vor einer Anreise sollten Interessierte das jeweilige Programm prüfen, insbesondere wenn Laborführungen oder Workshops nur begrenzte Plätze haben. In Vilnius konzentrieren sich die universitären und außeruniversitären Angebote auf den 25. September; mehrere Veranstaltungen finden am Abend statt.

Für die beteiligten Einrichtungen ist die Veranstaltung damit mehr als ein Tag der offenen Tür. Sie ist eine Einladung, über Forschung ins Gespräch zu kommen, lokale wissenschaftliche Arbeit sichtbar zu machen und jungen Menschen zu zeigen, dass Labore keine abgeschlossenen Räume sind, sondern Orte, an denen neue Fragen entstehen und gemeinsames Wissen wächst.

Quellen

Die Baltische Rundschau | Online-Redaktion
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