Litauens Nationalmuseum öffnet am Sonntag vier Standorte kostenlos
Das Litauische Nationalmuseum öffnet am 27. September 2026 mehrere Standorte ohne Eintritt.
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Litauens Nationalmuseum öffnet am Sonntag vier Standorte kostenlos

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Das Litauische Nationalmuseum lädt am Sonntag, dem 27. September 2026, zu einem landesweiten Museumstag mit freiem Eintritt ein. Geöffnet werden Standorte in Vilnius, Palanga, Ožkabaliai und Kudirkos Naumiestis. Die Einladung wurde am 25. September veröffentlicht und verbindet den kostenlosen Zugang mit mehreren Ausstellungen, die an diesem Tag neu zu entdecken oder letztmals zu sehen sind.

Im Mittelpunkt steht nicht eine einzelne Sonderveranstaltung, sondern die Vielfalt des Museumsnetzwerks. Die Themen reichen von Archäologie und der Geschichte des Großfürstentums Litauen bis zu Hochtechnologie, Buchgestaltung, Textilkunst und audiovisuellen Installationen. Damit richtet sich das Angebot an Fachinteressierte ebenso wie an Familien und Besucher, die verschiedene Regionen des Landes kulturell erkunden möchten.

Vilnius zeigt Geschichte in vielen Formen

Im Haus der Geschichte in Vilnius ist eine ethnografische Sammlung zu sehen, die Einblicke in den Alltag früherer Generationen gibt. Ergänzt wird sie durch die Ausstellung „Trajectory of the Future: The History of Lithuania’s High-Tech Sector“. Sie erzählt die Entwicklung litauischer Wissenschaft und Technologie von historischen Ausgangspunkten bis zur Gegenwart. Themen wie Biotechnologie, Laserforschung und Raumfahrt werden ebenso angesprochen wie die Geschichte litauischer Computerspiele.

Der Gediminas-Burgturm widmet sich mit der neuen Ausstellung „Frequency of Freedom“ verschiedenen litauischen Erfahrungen von Widerstand, Verantwortung und gemeinschaftlichem Handeln. Die Präsentation ordnet diese Entwicklungen nicht nur chronologisch, sondern fragt auch danach, wie Menschen und Gesellschaften auf historische Umbrüche reagieren. Auf dem Gediminas-Hügel gehört außerdem Davide Rivaltas Bronzeskulptur „Wolf“ zum Besuchserlebnis.

Im Kastellanhaus vermittelt die Dauerausstellung „Understanding Lithuania“ litauische Geschichte anhand von sechs Themenfeldern. Dazu gehören Kreativität, Glaubensvorstellungen, historische Wendepunkte und internationale Verbindungen. Das Alte Arsenal schlägt mit der archäologischen Ausstellung „Reusable“ eine Brücke zur Gegenwart: Reparieren, Wiederverwenden und Umnutzen werden anhand historischer Funde als jahrhundertealte Formen praktischer Nachhaltigkeit vorgestellt.

Letzte Gelegenheit für Ausstellungen zu Basanavičius und Büchern

Am 27. September endet im Haus der Signatarinnen die Ausstellung „The Unknown Jonas Basanavičius: The Lithuanian Indiana Jones“. Studierende des Masterstudiengangs Archäologie an der Universität Vilnius stellen darin eine weniger bekannte Seite des Staatsmanns und Aktivisten vor. Basanavičius erscheint nicht nur als zentrale Figur der litauischen Nationalbewegung, sondern auch als Archäologe und Anthropologe mit ausgeprägtem wissenschaftlichem Interesse.

Auch im Kazys-Varnelis-Hausmuseum schließen zwei Ausstellungen am Sonntag. „Book Dragon. A Fantastic Story About the Beauty of Books“ führt in die Herstellung und Gestaltung von Büchern ein und bietet interaktive Stationen sowie die Möglichkeit, eine Druckerpresse kennenzulernen. Die Ausstellung „Book Art: The Most Beautiful Books of Lithuania and the Czech Republic“ präsentiert ausgezeichnete Titel aus den litauischen und tschechischen Buchkunst-Wettbewerben der vergangenen Jahre.

Darüber hinaus werden kostenlose Führungen zur optischen Kunstwelt von Kazys Varnelis angeboten. Für diese Rundgänge ist eine vorherige Anmeldung erforderlich. Der offizielle Veranstaltungskalender von Vilnius bestätigt, dass die beiden Buchausstellungen bis zum 27. September laufen.

Das Programm reicht bis an die Ostseeküste und in kleinere Orte

In Palanga zeigt das Jonas-Šliūpas-Museum Tapisserien und Gemälde der Textilkünstlerin Marija Švažienė. Eine weitere Ausstellung über die litauische Partisanengeschichte wurde so gestaltet, dass sie blinden und sehenden Besucherinnen und Besuchern offensteht. Historisch rekonstruierte Gegenstände dürfen ertastet, anprobiert oder angezogen werden.

Im Geburtsort von Jonas Basanavičius in Ožkabaliai verbindet das Museum historische Erinnerung mit zeitgenössischer Kunst. Die audiovisuelle Installation „Es humanus“ arbeitet mit Textilien, bewegten Projektionen und Musik. Weitere Präsentationen beschäftigen sich mit Basanavičius als Kulturpolitiker, Wissenschaftler und Arzt. Ein Außenbereich, ein Filmpavillon und ein Spielraum für Kinder erweitern das Angebot.

Das Museum in Kudirkos Naumiestis erzählt schließlich von Schirwindt, einer verschwundenen Stadt, die einst als östlichste Stadt Deutschlands galt. Haushaltsgegenstände, Werkzeuge und andere Objekte machen die Geschichte greifbar. Eine Führung durch Kudirkos Naumiestis beginnt um 13 Uhr und verbindet die Ausstellung mit dem Stadtraum, darunter mit selten beachteten Beispielen der Zwischenkriegsmoderne.

Der kostenlose Museumssonntag macht damit mehrere Formen kultureller Teilhabe zugänglich: zentrale Ausstellungen in Vilnius, regionale Erinnerung in Palanga und Kudirkos Naumiestis sowie zeitgenössische Kunst in Ožkabaliai. Das Nationalmuseum präsentiert seine Standorte als zusammenhängendes kulturelles Netz, das Geschichte nicht nur bewahrt, sondern in unterschiedlichen Räumen und für unterschiedliche Publika erfahrbar macht.

Quellen

Lena Klingbach
Lena Klingbach ist die versierte Redakteurin der Kolumne Kultur & Bildung, mit einem scharfen Auge für die Künste und einer Leidenschaft für die Kraft des Lernens. Ihr Hintergrund in Kunstgeschichte und Literatur ermöglicht es ihr, Geschichten zu kuratieren, die den Reichtum des kulturellen Erbes und des intellektuellen Lebens der baltischen Region feiern. Lena ist überzeugt, dass Kultur und Bildung die Eckpfeiler einer starken Gesellschaft sind, und widmet sich leidenschaftlich der Aufgabe, diese lebenswichtigen Geschichten den Lesern der Baltischen Rundschau näherzubringen.

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