Polen hat eine neue Förderphase für Forschung, Digitalisierung, berufliche Kompetenzen und Unternehmensinnovation gestartet. Es handelt sich nicht um ein einzelnes Förderprogramm, sondern um einen koordinierten Kalender verschiedener nationaler, regionaler und grenzüberschreitender Finanzierungsmöglichkeiten.
Nach Angaben des offiziellen Portals für Europäische Fonds stehen Antragstellern im September 2026 insgesamt 142 Ausschreibungen offen. Vorgesehen sind mehr als 1,5 Milliarden Złoty in nationalen Programmen, 2,5 Milliarden Złoty in einem Wettbewerb des Nationalen Aufbau- und Resilienzplans, knapp 2,8 Milliarden Złoty in regionalen Programmen sowie mehr als 163 Millionen Złoty aus Interreg. Zusätzlich sollen im Laufe des Monats 49 neue Ausschreibungen beginnen.
Die Übersicht wurde am 31. August veröffentlicht. Damit liefert sie einen aktuellen Einblick in die Schwerpunkte der polnischen Innovationspolitik zum Beginn der herbstlichen Wirtschafts- und Hochschulsaison. ([funduszeeuropejskie.gov.pl](https://funduszeeuropejskie.gov.pl/aktualnosci/nabory-z-funduszy-europejskich-i-kpo-we-wrzesniu-2026-roku/))
Forschungsförderung eröffnet den September
Zu den wichtigsten Angeboten gehört der Wettbewerb „Internationale Forschungsagenden“. Die Antragstellung begann am 1. September und läuft bis zum 30. September. Für Forschungseinrichtungen stehen 60 Millionen Złoty zur Verfügung.
Gefördert werden soll nicht nur einzelne wissenschaftliche Vorhaben, sondern auch die Leistungsfähigkeit von Forschungsteams und -organisationen. Die Ausschreibung nennt unter anderem Forschungsmanagement, die Entwicklung von Beschäftigten, die Auswahl von Forschungsthemen sowie die praktische und wirtschaftliche Nutzung von Forschungsergebnissen. Ergänzende Unterstützung kann für ausgewählte Projekte im Zusammenhang mit dem Horizon-Europe-Bereich „Teaming for Excellence“ möglich sein.
Damit verbindet die Maßnahme wissenschaftliche Qualität mit organisatorischer Entwicklung. Hochschulen und Forschungsinstitute erhalten die Möglichkeit, Strukturen zu stärken, die dauerhaft Forschung betreiben, internationale Kooperationen aufbauen und Wissen in Technologien, Dienstleistungen oder Unternehmenspartnerschaften überführen können.
Digitale Zentren sollen Unternehmen beim Technologietransfer helfen
Ein weiterer Wettbewerb betrifft die Europäischen Digitalen Innovationszentren, kurz EDIH. Die von der Polnischen Agentur für Unternehmensentwicklung betreute Ausschreibung soll vom 24. September bis zum 28. Oktober laufen. Das Budget beträgt 20 Millionen Złoty.
Die Zentren sollen kleinen und mittleren Unternehmen als zentrale Anlaufstellen für die digitale Transformation dienen. Dazu gehören die Erstellung eines Plans für die digitale Entwicklung, der Zugang zu Fachwissen, das Testen neuer Technologien sowie die Prüfung, wie digitale Lösungen Produkte, Dienstleistungen und interne Abläufe verbessern können. In der offiziellen Beschreibung werden unter anderem künstliche Intelligenz, Cybersicherheit, Supercomputer und fortgeschrittene digitale Kompetenzen genannt.
Für kleinere Firmen ist dieser Ansatz vor allem deshalb relevant, weil der erste Schritt zur Digitalisierung häufig an fehlenden Fachkräften oder begrenzten Testmöglichkeiten scheitert. Ein regional erreichbares Zentrum kann Beratung, Erprobung und technische Unterstützung miteinander verbinden und so das Risiko einer ersten Investition senken.
Ergänzend läuft ein 160,5-Millionen-Złoty-Wettbewerb zur Ausweitung der Digitalen Entwicklungsklubs. Sie sollen in Gemeinden entstehen, die von der ersten Ausschreibung nicht erfasst wurden. Antragsberechtigt sind unter anderem Kommunen, Nichtregierungsorganisationen, öffentliche Einrichtungen aus Wissenschaft, Bildung und Kultur sowie Hochschulen. ([funduszeeuropejskie.gov.pl](https://funduszeeuropejskie.gov.pl/aktualnosci/nabory-z-funduszy-europejskich-i-kpo-we-wrzesniu-2026-roku/))
Cluster erhalten Unterstützung für Innovation und Auslandsmärkte
Auch Unternehmenscluster gehören zu den Schwerpunkten. Ab dem 16. September können die Koordinatoren Nationaler Schlüsselcluster Anträge stellen. Für überregionale Cluster ist ein verwandter Wettbewerb ab dem 22. September vorgesehen. Beide Verfahren werden von PARP durchgeführt.
Die geplante Förderung soll das Angebot der Cluster an Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsleistungen erweitern. Genannt werden die digitale Transformation, die Kreislaufwirtschaft, eine emissionsarme Wirtschaft und moderne Bildung. Darüber hinaus können Cluster Unterstützung für die internationale Vermarktung ihres Angebots und für die Teilnahme an ausländischen Branchenveranstaltungen erhalten.
Die jeweiligen Budgets waren in der offiziellen Septemberübersicht noch nicht festgelegt. Sie sollen mit einer späteren Aktualisierung des Förderkalenders bekanntgegeben werden. Der Start der Ausschreibungen markiert daher zunächst die inhaltliche und zeitliche Orientierung, nicht bereits die endgültige Verteilung der Mittel.
Kompetenzen verbinden Bildung und Wirtschaft
Am 3. September soll außerdem ein Wettbewerb für sektorale Kompetenzräte beginnen. Dafür sind 7,8 Millionen Złoty vorgesehen. Die Räte sollen den Bedarf des Arbeitsmarktes beobachten, Qualifikationslücken identifizieren und die Zusammenarbeit von Unternehmen, Schulen und Hochschulen fördern.
Im Verhältnis zum Gesamtvolumen der Septemberprogramme ist dies ein kleinerer Baustein. Für die Innovationsfähigkeit der Wirtschaft ist er dennoch wichtig. Neue Technologien steigern die Produktivität nicht automatisch, wenn Unternehmen nicht über Beschäftigte verfügen, die sie einführen, betreiben und weiterentwickeln können. Eine engere Verbindung zwischen Arbeitgebern, Bildungsinstitutionen und Branchenexperten kann die Umsetzung von Investitionen verbessern.
Organisationen sollten die jeweiligen Teilnahmebedingungen und Fristen direkt bei den zuständigen Stellen prüfen. Einige Verfahren sind bereits geöffnet, andere starten erst im Laufe des Septembers. Das offizielle Portal weist zudem darauf hin, dass im September keine neuen Ausschreibungen des Nationalen Aufbau- und Resilienzplans beginnen sollen, auch wenn eine KPO-Ausschreibung zu den im Monat verfügbaren Verfahren zählt.
Die Richtung der neuen Förderphase ist damit erkennbar: Forschungskapazitäten, digitale Anwendungen, lokale Kompetenzen, Clusterkooperation und internationale Markterschließung werden miteinander verknüpft. Entscheidend wird sein, ob aus den Ausschreibungen nicht nur bewilligte Projekte, sondern dauerhaft nutzbare Technologien, stärkere Teams und produktive Partnerschaften zwischen Wissenschaft und Unternehmen entstehen.






















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