Mehr Unterstützung für klimaresiliente Wälder
Deutschland baut die Förderung für eine klimaangepasste Waldbewirtschaftung aus. Ab Januar 2027 sollen für das Bundesprogramm jährlich 200 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Private und kommunale Waldbesitzende können ab dem 1. Oktober 2026 wieder Erstanträge stellen; die Förderung für neue Bewilligungen beginnt am 1. Januar 2027. Die gemeinsame Ankündigung des Bundesumweltministeriums und des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat erfolgte am 17. September. ([bundesumweltministerium.de](https://www.bundesumweltministerium.de/pressemitteilung/200-millionen-euro-fuer-den-klimaangepassten-waldumbau?utm_source=openai))
Das Programm „Klimaangepasstes Waldmanagement“ soll langfristige Veränderungen in der Bewirtschaftung unterstützen. Im Mittelpunkt stehen widerstandsfähige Wälder, der Schutz der biologischen Vielfalt und die Sicherung wichtiger Ökosystemleistungen. Dazu zählen unter anderem Kohlenstoffspeicherung, Wasserrückhalt und der Schutz der Waldböden.
Förderung für private und kommunale Eigentümer
Die zusätzlichen Mittel erweitern ein bereits laufendes Programm. Nach Angaben der Ministerien werden derzeit knapp 1,7 Millionen Hektar förderfähige Privat- und Körperschaftswälder erreicht. Damit ist mehr als ein Fünftel dieser Waldfläche in Deutschland einbezogen. Rund 60 Prozent entfallen auf Körperschaftswälder, etwa 40 Prozent auf Privatwälder. ([bundesumweltministerium.de](https://www.bundesumweltministerium.de/pressemitteilung/200-millionen-euro-fuer-den-klimaangepassten-waldumbau?utm_source=openai))
Mit der Aufstockung soll die Förderung künftig auf mindestens zwei Millionen Hektar ausgeweitet werden. Zuständig für die Antragstellung ist die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe, kurz FNR. Das Online-Portal weist darauf hin, dass Anträge ab dem 1. Oktober um 09:00 Uhr eingereicht werden können. Die Förderung neuer Anträge beginnt Anfang 2027. ([kwm.fnr.de](https://kwm.fnr.de/online-antrag?utm_source=openai))
Welche Bewirtschaftung unterstützt wird
Die Zahlungen sind an konkrete Verpflichtungen geknüpft, die über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgehen. Je nach Größe und Eigentumsform des Waldes gelten Bindungsfristen von zehn oder 20 Jahren. Ziel ist es, die ökologische Stabilität der Bestände dauerhaft zu verbessern.
- die natürliche Verjüngung und Mischung standortheimischer Baumarten;
- der Erhalt von Habitatbäumen und Totholz;
- der Schutz des Waldbodens;
- ein besserer Wasserrückhalt im Wald;
- der Verzicht auf Kahlschläge und bestimmte Entwässerungsmaßnahmen.
Damit folgt das Programm einem breiten Verständnis von Waldanpassung. Es geht nicht allein darum, neue Bäume zu pflanzen, sondern auch um die Struktur, Artenvielfalt und Funktionsfähigkeit bestehender Wälder. Wie wirksam einzelne Maßnahmen sind, hängt dabei von Standort, Baumarten, Boden und regionalen Klimabedingungen ab.
Warum die Anpassung wichtiger wird
Hitze, Dürre, Stürme, Insektenbefall und Waldbrandgefahr setzen deutschen Wäldern zu. Das Umweltministerium begründet die Aufstockung mit der hohen Nachfrage und damit, dass die bisherigen Mittel weitgehend ausgeschöpft waren. Der neue Förderrahmen soll zusätzlichen Waldbesitzenden den Zugang ermöglichen und zugleich klare Anforderungen an die Bewirtschaftung festlegen. ([bundesumweltministerium.de](https://www.bundesumweltministerium.de/pressemitteilung/200-millionen-euro-fuer-den-klimaangepassten-waldumbau?utm_source=openai))
Wälder erfüllen mehrere Funktionen für den Umwelt- und Klimaschutz. Sie speichern Kohlenstoff, bieten Lebensräume, kühlen ihre Umgebung und beeinflussen den Wasserhaushalt. Gleichzeitig können geschwächte Bestände bei langanhaltender Trockenheit, Schädlingsdruck oder Extremwetter Kohlenstoff verlieren. Anpassung ist deshalb eine Ergänzung zur Verringerung von Treibhausgasemissionen.
Das Thünen-Institut hat die Kosten und möglichen Kohlenstoffwirkungen des Programms über lange Zeiträume untersucht. Die Forschung ordnet das Fördermodell als Instrument zur Stärkung von Klimaanpassung, Biodiversität und Widerstandsfähigkeit in deutschen Forstbetrieben ein und verweist zugleich auf mögliche Zielkonflikte bei der langfristigen Bewirtschaftung. ([thuenen.de](https://www.thuenen.de/en/institutes/forestry/news-and-service/detail-news/neue-veroeffentlichung-kosten-und-co2-wirkungen-des-klimaangepassten-waldmanagements?utm_source=openai))
Langfristige Verpflichtungen
Die neue Antragsrunde schafft kurzfristig eine zusätzliche Fördermöglichkeit. Die eigentlichen Wirkungen des Programms werden sich jedoch über Jahrzehnte entwickeln. Entscheidungen über Baumarten, Durchmischung, Totholz und Bodenschutz prägen Waldlebensräume, Wasserhaushalt und Kohlenstoffspeicherung weit über eine einzelne Förderperiode hinaus.
Die Aufstockung kann die Belastungen für Deutschlands Wälder nicht allein lösen und ersetzt keine umfassende Klimapolitik. Sie schafft jedoch einen bundesweiten Rahmen, in dem bestimmte Bewirtschaftungsleistungen finanziell anerkannt werden. Wird das Ziel von zwei Millionen Hektar erreicht, könnte das Programm einen großen zusätzlichen Teil der privaten und kommunalen Waldfläche in eine langfristige Anpassungsstrategie einbeziehen.
Quellen
Bundesumweltministerium: 200 Millionen Euro für den klimaangepassten Waldumbau
FNR: Online-Antrag für das Förderprogramm
Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern: zusätzliche Fördermittel






















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