Polen startet neues Forschungsprogramm für besonders leistungsstarke Studierende
Das polnische Programm Perły Nauki III unterstützt fortgeschrittene Studierende bei eigenen Forschungs- oder Kunstprojekten.
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Polen startet neues Forschungsprogramm für besonders leistungsstarke Studierende

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Ein früher Einstieg in wissenschaftliche Verantwortung

Polen hat die dritte Ausgabe des Programms Perły Nauki, auf Deutsch etwa „Perlen der Wissenschaft“, gestartet. Die Initiative schafft eine neue Fördermöglichkeit für besonders leistungsstarke Studierende, die bereits an anspruchsvollen wissenschaftlichen oder künstlerischen Vorhaben arbeiten. Das Ministerium für Wissenschaft und Hochschulbildung kündigte das Programm am 8. Oktober an; mehrere Hochschulen veröffentlichten am 12. Oktober konkrete Hinweise für Interessierte.

Perły Nauki III soll Hochschulen dabei unterstützen, talentierten Studierenden bessere Entwicklungsbedingungen zu bieten. Gefördert werden Forschungsarbeiten oder künstlerische Projekte, die unter der Betreuung einer wissenschaftlichen oder künstlerischen Mentorin beziehungsweise eines Mentors durchgeführt werden. Die Studierenden bleiben damit nicht nur Mitarbeitende in bestehenden Projekten, sondern können bereits während des Studiums die Verantwortung für ein eigenes Vorhaben übernehmen.

Die nationale Antragsfrist läuft vom 12. Oktober bis zum 30. November 2026, 16 Uhr. Die Einreichung erfolgt ausschließlich elektronisch über das staatliche Finanzierungssystem OSF und muss durch die jeweilige Hochschule erfolgen.

Welche Studierenden angesprochen sind

Das Programm richtet sich an Studierende, die bereits über die ersten Studienphasen hinaus sind. Antragsberechtigt sind Studierende in einem zweiten Studienzyklus, also in Masterstudiengängen. Auch Studierende in einheitlichen Langzeit-Masterstudiengängen können teilnehmen: Sie müssen das dritte Studienjahr abgeschlossen haben, wenn der Studiengang höchstens elf Semester umfasst, oder das vierte Studienjahr, wenn er mindestens zwölf Semester dauert.

Voraussetzung ist, dass sie ihr Studium fortsetzen und der Hochschule angehören, die den Antrag einreicht. Zusätzlich müssen sie mindestens eine bedeutende wissenschaftliche Leistung nachweisen. Dazu zählen unter anderem die Mit- oder Alleinautorenschaft einer wissenschaftlichen Monografie oder eines Fachartikels, eine wichtige Beteiligung an einem innovativen Hochschulprojekt, ein Vortrag auf einer angesehenen nationalen oder internationalen Konferenz, eine Auszeichnung bei einem renommierten Wettbewerb oder die praktische Nutzung von Forschungsergebnissen, etwa durch eine Patentanmeldung oder ein Patent.

Ausgeschlossen sind frühere Preisträgerinnen und Preisträger der Programme Diamentowy Grant, Perły Nauki und Perły Nauki II. Außerdem dürfen Bewerberinnen und Bewerber in der betreffenden Disziplin noch keinen Master-, Ingenieur- oder gleichwertigen Abschluss erworben haben.

Bis zu 240.000 Złoty für naturwissenschaftliche Projekte

Die maximale Fördersumme hängt vom Fachgebiet ab. Für Projekte in den Naturwissenschaften, den Ingenieur- und Technikwissenschaften, den medizinischen und Gesundheitswissenschaften, den Veterinärwissenschaften sowie den Agrarwissenschaften sind bis zu 240.000 Złoty vorgesehen. In den Geistes- und Sozialwissenschaften, der Theologie, den Familienwissenschaften und der Kunst liegt die Obergrenze bei 200.000 Złoty.

Die Laufzeit kann höchstens 36 Monate betragen. Die Medizinische Universität Lublin hat die Finanzierungsregeln für medizinische und gesundheitswissenschaftliche Vorhaben detaillierter zusammengefasst. Demnach kann die Projektleitung bis zu 3.000 Złoty monatlich erhalten; für die wissenschaftliche Betreuung sind bis zu fünf Prozent der direkten Kosten vorgesehen. Für wissenschaftliche Geräte und IT-Infrastruktur können bis zu 50.000 Złoty eingeplant werden, während indirekte Kosten höchstens zehn Prozent der direkten Kosten betragen dürfen.

Damit geht die Förderung über eine kurzfristige Konferenzteilnahme oder ein begrenztes Praktikum hinaus. Ein genehmigtes Projekt kann eine längere Forschungsplanung, Datenerhebung, spezielle Ausrüstung und die Vorbereitung späterer Veröffentlichungen, einer Dissertation oder einer praktischen Innovation ermöglichen.

Die Hochschulen prüfen und reichen ein

Studierende stellen ihre Anträge nicht unabhängig vom Hochschulverfahren. Die jeweilige Institution muss die Unterlagen prüfen und freigeben, bevor sie über OSF eingereicht werden. Dadurch tragen die Hochschulen Verantwortung für die formale Richtigkeit, die akademische Zuordnung der Antragstellenden und eine passende fachliche Betreuung.

Diese Struktur macht die Hochschulen zugleich zu wichtigen Talentsuchern. Die Universität für Lebenswissenschaften in Poznań setzt für die interne Prüfung eine Frist bis zum 23. November. Die Medizinische Universität Lublin bittet Interessierte bereits bis zum 30. Oktober um vorläufige Projektinformationen. Solche früheren Termine gelten nur hochschulintern und ersetzen nicht die nationale Einreichungsfrist.

Wissenschaftliche Ausbildung mit eigener Projektpraxis verbinden

Der Start des Programms fällt in den Beginn des akademischen Jahres 2026/27. Hochschulen bauen Forschungsgruppen auf, planen neue Projekte und gewinnen Studierende für Labore, Archive, Werkstätten und wissenschaftliche Teams. Perły Nauki III verbindet diese Ausbildungsphase mit konkreter Forschungspraxis und schafft für Betreuende einen festen Rahmen, um junge Talente weiterzuentwickeln.

Wie viele Projekte letztlich gefördert werden, wird erst nach Abschluss des Auswahlverfahrens sichtbar. Der unmittelbare Nutzen ist jedoch bereits klar: Studierende mit nachgewiesenen Leistungen erhalten ein definiertes Bewerbungsfenster, Hochschulen bekommen ein nationales Instrument zur Nachwuchsförderung, und junge Forschende können eigene Fragestellungen in einem strukturierten Rahmen weiterverfolgen.

Quellen

Die Baltische Rundschau | Online-Redaktion
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