Wrocław wird in der kommenden Woche zum Treffpunkt der polnischen Fachwelt für Wasser, Stadtentwicklung und Umweltpolitik. Am 13. und 14. Oktober 2026 findet dort der achte Kongress „Stadt – Wasser – Lebensqualität“ statt. Im Mittelpunkt steht die praktische Frage, wie Städte mit Flüssen, Feuchtgebieten und grüner Infrastruktur arbeiten können, um den Alltag der Bevölkerung zu verbessern und sich zugleich auf den Klimawandel vorzubereiten.
Die Universität Łódź kündigte die Veranstaltung am 9. Oktober an. Erwartet werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Vertreter kommunaler Verwaltungen, politische Entscheidungsträger, Unternehmen und unabhängige Fachleute. Die drei Leitbegriffe des Kongresses – Stadt, Wasser und Lebensqualität – verbinden technische Infrastruktur mit öffentlichem Raum, Umweltpolitik und der sozialen Nutzung städtischer Gebiete. ([uni.lodz.pl](https://www.uni.lodz.pl/en/news/details/8th-city-water-quality-of-life-congress-with-the-participation-of-a-unilodz-researcher?utm_source=openai))
Wasser und Natur als Bestandteile der Stadtplanung
Auf der Tagesordnung stehen unter anderem städtischer Wasserrückhalt, die Modernisierung der Wasserversorgung, kritische Infrastruktur, neue Technologien für das hydrologische Management und die Bedeutung der Natur für kommunale Entscheidungen. Ein Schwerpunkt ist das Konzept des „Naturkapitals“. Damit wird der Wert von Parks, Feuchtgebieten, Flussauen und anderen Ökosystemen beschrieben, die häufig als Landschaftselemente, nicht aber als grundlegende Infrastruktur betrachtet werden.
Eine Diskussionsrunde am 14. Oktober fragt, wie polnische Städte den Wert der Natur in ihre Planungs- und Investitionsentscheidungen einbeziehen können. Moderiert wird sie von Iwona Wagner, außerordentliche Professorin an der Universität Łódź und Mitorganisatorin des Kongresses. Auf der angekündigten Gesprächsrunde stehen unter anderem Vertreter aus Wrocław und Kraków, der Universität Warschau, des Instituts für Stadt- und Regionalentwicklung sowie des Technologieparks Wrocław. ([uni.lodz.pl](https://www.uni.lodz.pl/en/news/details/8th-city-water-quality-of-life-congress-with-the-participation-of-a-unilodz-researcher?utm_source=openai))
Das Thema berührt mehrere Ebenen des städtischen Lebens. Wasser ist Ressource, Landschaft, Erholungsraum und Bestandteil technischer Systeme. Zugleich müssen Städte mit Starkregen, Trockenperioden, alternder Infrastruktur und unterschiedlichen Anforderungen von Haushalten, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen umgehen.
Ein Kongress mit kommunalem und wissenschaftlichem Profil
Veranstaltet wird das Treffen von der Stadt Wrocław, dem kommunalen Wasserversorger MPWiK Wrocław, der Foundation for Economy and Public Administration und der Technischen Universität Wrocław. Der Kongress findet im Kongresszentrum der Universität statt und wird zusätzlich online übertragen. Die Teilnahme ist nach Anmeldung kostenlos. ([uni.lodz.pl](https://www.uni.lodz.pl/en/news/details/8th-city-water-quality-of-life-congress-with-the-participation-of-a-unilodz-researcher?utm_source=openai))
MPWiK Wrocław beschreibt den Kongress als langfristige Plattform für die Beziehungen zwischen der aquatischen und der städtischen Umwelt sowie deren Einfluss auf die Lebensqualität. Im Programm werden Wasserpolitik, Klimaanpassung, städtische Hitze, plötzlich auftretende Überflutungen, Wasserverbrauch und die Nutzung von Uferbereichen miteinander verbunden. ([mpwik.wroc.pl](https://www.mpwik.wroc.pl/aktualnosci/?utm_source=openai))
Damit geht die Veranstaltung über eine rein technische Betrachtung hinaus. Klimaresilienz erscheint nicht nur als Aufgabe von Ingenieuren, sondern auch als Thema von Stadtgestaltung, Verwaltung, Bildung und Ökologie. Für kommunale Entscheidungsträger bietet der Kongress zudem die Möglichkeit, Erfahrungen mit Forschenden und Infrastrukturfachleuten zu vergleichen.
Warum die Fragen für viele polnische Städte wichtig sind
Die Ausgangslagen polnischer Städte unterscheiden sich, doch viele stehen vor ähnlichen Entscheidungen: Wo kann Regenwasser zurückgehalten werden? Wie lassen sich Flüsse und Feuchtgebiete schützen? Und wie sollten Grünflächen in langfristige Investitionsplanung einfließen? Die Antworten wirken sich auf Wohnen, Verkehr, Gesundheit, Freizeit und die Kosten des Infrastrukturbetriebs aus.
Voraussichtlich wird beim Kongress außerdem der Water City Index 2026 vorgestellt, ein Vergleich polnischer Städte im Bereich des Wassermanagements. Solche Auswertungen können eine breite Nachhaltigkeitsdebatte in eine konkretere Diskussion über Kennzahlen, Investitionsprioritäten und kommunale Leistungen übersetzen. ([linkedin.com](https://www.linkedin.com/posts/tanja-iamwater_honoured-to-be-among-the-first-announced-activity-7491201576389275648-aPGB?utm_source=openai))
Für Wrocław knüpft die Veranstaltung an das langjährige Interesse der Stadt an ihrer Beziehung zum Wasser an. Für Gäste aus anderen Regionen eröffnet sie ein Forum, um zu prüfen, wie Flusslandschaften, Parks und Feuchtgebiete nicht nur als Einschränkungen für Bauvorhaben, sondern auch als wertvolle Bausteine gesunder und anpassungsfähiger Städte behandelt werden können.
Wenn der Kongress am Dienstag, dem 13. Oktober, beginnt, wird zunächst der Austausch von Daten, Erfahrungen und Lösungsansätzen im Vordergrund stehen. Die übergreifende Botschaft ist klar: Wassermanagement, Naturschutz und Lebensqualität gehören in der Stadtplanung immer stärker zusammen.





















Comments