In Riga beginnt am Dienstag, dem 20. Oktober, die Herbst-Ausgabe der Riga Fashion Week. Bis zum 24. Oktober stehen Schauen, Ausstellungen, Workshops und Branchengespräche auf dem Programm. Der Baltic Fashion Federation zufolge handelt es sich um die 43. Ausgabe der Veranstaltung.
Im Mittelpunkt steht die Verbindung von lettischem Design mit einem breiteren regionalen Umfeld. Neben etablierten und jüngeren Labels aus Lettland nehmen Designer aus Litauen, Estland, Polen, Italien und Usbekistan teil. Die Veranstalter stellen die Woche als Verbindung von Modegeschichte, zeitgenössischem Design und einer neuen Generation kreativer Unternehmen vor. ([rfw.lv](https://www.rfw.lv/))
Auftakt am Wasser
Der Eröffnungsabend verlässt die klassische Innenraum-Atmosphäre eines Laufstegs. Für die Veranstaltung „Sunset Runway at the Marina“ wird am 20. Oktober die ExPorto-Yachthafenanlage an der Eksporta-Straße genutzt. Ein 100 Meter langer Holzsteg am Daugava-Ufer bildet die Kulisse für Präsentationen von Katrina Ermanovica aus Lettland, Szczygiel aus Großbritannien und Polen sowie Dekel aus Italien.
Der Ort gibt dem Auftakt einen klaren Bezug zu Riga: Flussufer, ehemalige Hafenbereiche und neue kulturelle Nutzungen treffen aufeinander. Dadurch wird die Modewoche nicht nur als Fachveranstaltung, sondern auch als Teil des öffentlichen Stadtraums sichtbar. Einzelne Programmpunkte richten sich allerdings an unterschiedliche Zielgruppen und haben eigene Zugangsbedingungen.
Gespräch über die nächste Generation
Ein wichtiges Thema des ersten vollständigen Veranstaltungstages ist die Unterstützung junger Designer. An der Diskussion „How to support Emerging Designers nowadays?“ beteiligen sich unter anderem die Play Sustain Foundation aus Polen, das Estonian Fashion Festival und die Sustainable Fashion Week Vilnius.
Damit greift die Riga Fashion Week eine praktische Frage auf, die viele junge Labels in der Region betrifft: Wie lassen sich Sichtbarkeit, Produktionsfähigkeit und nachhaltige Geschäftsmodelle entwickeln, ohne die eigene gestalterische Handschrift zu verlieren? Das Gespräch ergänzt die Schauen um eine berufliche und wirtschaftliche Perspektive.
Auch die übrigen Programmpunkte verbinden Präsentation und Vermittlung. Im Fashion Museum ist die Ausstellung „Celebrities’ Outfits“ zu sehen. Das Museum für dekorative Kunst und Design zeigt „Rūdolfs Heimrāts 100. Legacy“ und stellt damit die aktuelle Mode in einen historischen Zusammenhang.
Im ISSP in Berga Bazārs bietet der lettische Make-up-Künstler Andre Won den Workshop „Paris Make-up Trends. From Runway to Reality“ an. Hinzu kommen Medienpräsentationen, Designertermine und Aktivitäten in lettischen Geschäften und Studios.
Schauen an mehreren Orten
Die zentrale Laufstegfolge verteilt sich auf zwei moderne Veranstaltungsorte. Am 21. Oktober finden Präsentationen im Komplex Zunda Towers statt. Auf dem Programm stehen unter anderem N-20 und Nora Isle aus Estland, Dekel aus Italien sowie ein Play-Sustain-Programm mit drei polnischen Designern.
Am 22. und 23. Oktober wird Hanzas Perons zum wichtigsten Laufsteg der Woche. Dort zeigt Paade Mode aus Lettland anlässlich seines 15-jährigen Bestehens eine Kindermode-Schau. Weitere lettische Beiträge kommen von RainSisters, Natalija Jansone, BAE by Katya Shehurina und Sviests by Sergey Hatanzeisky.
Die internationale Zusammensetzung wird in Hanzas Perons fortgesetzt. Aus Litauen nehmen Valldea, Maria Petraityte und Rimgailaite Costume teil. Szczygiel ist ebenfalls vertreten. Die Mischung zeigt, dass die Veranstaltung nicht allein eine nationale Leistungsschau ist, sondern als Plattform für Verbindungen innerhalb der baltischen und europäischen Modeszene arbeitet.
Textilkunst und Stadtkultur
Am 23. Oktober erweitert die kostenlose Ausstellung „Unravellers. A Textile Manifesto“ in der Lettischen Kunstakademie den Blick über saisonale Kollektionen hinaus. Im Mittelpunkt stehen zeitgenössische Textilkunst, Materialien und die Ideen hinter der Gestaltung.
Die Riga Fashion Week findet damit an sehr unterschiedlichen Orten statt: an der Marina, in Museen, in einer ehemaligen Industrie- und Kulturstätte, in Galerien, Studios und Geschäften. Für Besucher entsteht so kein einzelnes Modezentrum, sondern eine Route durch verschiedene Teile der Stadt.
Rigas offizielles Veranstaltungsportal führt die Fashion Week vom 20. bis 24. Oktober als Festival und Festivität im Kulturkalender der Stadt. Sie steht dort neben Theater, Musik, Ausstellungen und weiteren öffentlichen Veranstaltungen. ([liveriga.com](https://www.liveriga.com/en/visit/events))
Für Lettlands Kreativwirtschaft bietet die Woche damit mehrere Ebenen des Austauschs: Sie macht lokale Labels sichtbar, bringt sie mit Partnern aus anderen Ländern zusammen und zeigt Mode zugleich als Teil der Stadt- und Kulturentwicklung. Besonders konstruktiv ist die Verbindung aus Präsentation, Nachwuchsförderung und öffentlicher Vermittlung.






















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