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Ist die Blockchain im Baltikum angekommen?

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Estland stattet Militär mit digitaler Technologie aus
Symbolisches Foto. Quelle: unsplash.com

Beinahe täglich erreichen uns Nachrichten aus aller Welt, die sich auf die Blockchain-Technologie beziehen. Diese ist mittlerweile auch in Deutschland angekommen und beginnt sich zur festen Größe zu formieren. Leider nimmt der Prozess in Deutschland viel Zeit ein. Das liegt mitunter an den bürokratischen Gegebenheiten und den juristischen Strukturen des Landes.

Im Baltikum ist man deutlich weiter. Hier floriert das Geschäft mit der Blockchain. Unzählige Firmen haben die Vorteile der neuen Technologie erkannt und integrieren sie bereits jetzt in ihren Unternehmensalltag. Vor allem in Estland tut sich derzeit viel. Die Blockchain ist hier weitaus mehr als die Möglichkeit Bitcoins von A nach B zu transferieren.

Das System ist angekommen und die Bevölkerung zeigt sich ihm gegenüber sehr offen. Wer in Deutschland einsteigen und sich mit Krypto und Blockchain vertraut machen will, sollte sich die Bitcoin Code Erfahrungen durchlesen.

Estland ist Vorreiter im Bereich der Digitalisierung

Deutschland ist weit von der Digitalisierung entfernt. Zwar wird viel in den Bereich der Digitalisierung investiert. Doch Deutschland fehlt es an notwendigen Strukturen. Vor allem im Bereich des Bundes bewegt man sich nur langsam voran. Noch immer müssen Bürger viel Papierkram in Kauf nehmen, wenn sie beispielsweise einen Wohnortwechsel bekanntgeben, sich verheiraten oder sonstige Veränderungen bekannt machen wollen. Und auch im Bund selbst und im gesamten öffentlichen Dienst läuft vieles noch ohne Computer ab. Die Archive sind voll mit Unterlagen, die auf die Digitalisierung warten.

In Estland ist man deutlich weiter. Das Land mit einer atemberaubenden Landschaft weiß im Bereich digitaler Identität zu punkten. In Estland ist jeder Bürger im Netz vertreten. Das bedeutet: Alle Einwohner können sich den Gang zu Ämtern sparen. Alle Bekanntmachungen werden über das Internet an die Ämter übertragen. Sie haben deutlich weniger Schreibarbeit und investieren ihre Arbeitszeit in wesentliche Dinge. Dabei geht es jedoch nicht ausschließlich um einen an die Zeit angepassten Bürgerservice. Die Einwohner des Landes mit den schönsten Naturschauspielen im Baltikum punktet auch im Bereich der digitalen Krankenakte.

Steuererklärungen lassen sich ebenso über das Netz realisieren. Mittlerweile geht dieser Trend auch an Deutschland über. Trotzdem ist das System nicht bundesweit gleich. Lange gab es Unterschiede. Für manche Aufgaben bietet sich in Deutschland das so genannte Elster Portal an. Andere Steuererklärungen sind – je nach Finanzamt – rein postalisch zu übermitteln. In Estland ist es überall gleich: Die Steuererklärung wird komfortabel über das Internet erledigt.

Tatsächlich sichere Übertragung in Estland?

Estland ist einen ganz neuen Weg gegangen. Was auf der einen Seite nach einem Vorreiter klingt, bringt andererseits Probleme mit sich. Die Digitalisierung ist recht neu. Ämter sind somit noch nicht mit ihr vertraut. Da wird es plötzlich klar, dass Estland bereits am Anfang vor großen Herausforderungen stand. Schließlich lassen sich über das Internet Daten von fremden Personen übertragen. Das kann für die Kriminellen ein Vorteil sein. Für die Ämter ist es jedoch nachteilig und zieht Konsequenzen nach sich.

Deshalb will Estland nicht auf alte Strukturen vertrauen und baut die Blockchain Technologie in das System ein. Diese Technologie ist absolut sicher gegenüber Fälschungen. Auf diese Weise ist es Usern nicht möglich sich beispielsweise mit einer falschen Identität einzuloggen, um so an begehrte und nützliche Dokumente zu gelangen. Abgesehen von diesem Vorteil weiß Estland durch Verwendung der Blockchain Technologie viel Geld zu sparen.

Die Blockchain läuft komplett automatisch ab. Ist sie einmal installiert, braucht sie prinzipiell keine Mitarbeiter mehr. Gerade die Vertragsgestaltung und die damit verbundenen Smart Contracts erlauben den Verzicht auf eine Beglaubigung oder eine Verifizierung von Daten.

Estland erkennt weitere Potenziale der Blockchain

Die Blockchain Technologie erfreut sich in Estland so großer Beliebtheit, dass sie für weitere Zwecke eingesetzt wird oder die Anwendung in bestimmten Feldern bereits geplant ist. Das Ziel ist die Vereinfachung bestimmter Prozesse. Nicht nur das Land auch die Privatpersonen und sogar Unternehmen profitieren von der Blockchain. Mittels der Telemedizin ist es möglich die Daten von Patienten komfortabel zu versenden und gleichzeitig zu verschlüsseln. Weiterhin gilt es die Daten von Patienten vertraulich zu behandeln und sämtliche sensible Informationen sicher abzuspeichern.

Der Zugriff durch nicht Befugte muss dauerhaft verhindert werden. Auch im Bereich der Entwicklung sowie des Versands von Medikamenten an Apotheken und Kliniken kommt es zu umfassenden Kontrollen. Die Blockchain garantiert, dass fehlerhafte Produktionen schneller ausgemacht und die Produkte noch vor dem Erreichen des Endkunden vom Markt genommen werden können.

Estland stattet Militär mit digitaler Technologie aus

Das Militär ist für Estland sehr wichtig. Deshalb steckt das Land viel in die Weiterentwicklung der Strukturen in diesem Bereich. Es muss zu einwandfreien und ununterbrochenen Lieferketten kommen. Sofern das Militär neue Waffen benötigt, dürfen kriminelle Anbieter und andere Personen keine Chance haben einzugreifen.

Ohne eine absolut abgesicherte Technologie wie der Blockchain kann es zu unangenehmen Zwischenfällen kommen. Nicht auszudenken, was geschieht, wenn die sich auf dem Lieferweg befindenden Waffen verloren gehen. Ohne Digitalisierung ist es praktisch nicht möglich ihren Weg weiterzuverfolgen. Dank der Blockchain wird das anders.

Estland bringt digitalen Impfpass auf den Weg

Der Impfpass ist ein großes Problem. Wer in Deutschland einen solchen besitzt, muss gut auf ihn aufpassen. Geht er verloren, sind alle Impfdaten verschwunden. Hat man ihn beim Gang in die Praxis vergessen, werden neue Impfungen nicht eingetragen. Auch das ist ein Problem, wenn es beispielsweise zu einer Erstimpfung oder zu einer Auffrischung kommen soll. Estland hat sich auch diesbezüglich an die Spitze gearbeitet und bietet nun den digitalen Impfpass an.

Die Corona Pandemie erfordert ein Umdenken. Wer sich für die Impfung entscheiden möchte, kann vom digitalen Impfpass profitieren. Aufgrund der derzeitigen Regelungen und Beschränkungen ist es jedoch empfehlenswert, zunächst die neuen Bestimmungen abzuwarten. Wer unsicher ist, sollte mit der Impfung warten und nicht überstürzt handeln. Bei innerer Sicherheit macht die Impfung Sinn. Dann kommen Geimpfte schneller über die Grenze und können bedenkenlos in den Urlaub fahren.

Übrigens: Die Grenzbeamten haben keine Einsicht in die Daten des Impfpass-Besitzers. Sie können lediglich sehen, wer der Geimpfte ist und welche Impfungen verabreicht wurden. Die jeweilige Krankengeschichte wird nicht offengelegt. Ob und wie lange es dauert, bis der digitale Pass in Deutschland angekommen ist, wird die Zukunft zeigen. Estland geht jedenfalls einen neuen Weg.

Die Baltische Rundschau | Online-Redaktion
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