Die dänische Lebensmittelwirtschaft stellt in dieser Woche ihre technologischen Lösungen vor: Vom 27. bis 29. Oktober bringt die FoodTech 2026 Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Fachbesucher im MCH Messecenter Herning zusammen. Im Mittelpunkt stehen praktische Anwendungen für einen der wichtigsten Industriezweige Skandinaviens.
Nach Angaben der Veranstalter nehmen 286 Aussteller an der diesjährigen Ausgabe teil. Vorgestellt werden neue Produkte, Verfahren und Dienstleistungen, die in der täglichen Produktion eingesetzt werden können. Die FoodTech findet im Zweijahresrhythmus statt und gilt als eine der wichtigsten Plattformen für Lebensmitteltechnologie in der nordischen Region. ([uk.foodtech.dk](https://uk.foodtech.dk/articles-and-inspiration/article/286-exhibitors-ready-foodtech-opens-its-doors?utm_source=openai))
Von effizienteren Anlagen bis zur Lebensmittelproduktion der Zukunft
Die Messe ist breiter angelegt als eine klassische Technikschau. Das Programm umfasst Verarbeitung, Automatisierung, hygienisches Anlagendesign, Verpackung, Kennzeichnung, Lebensmittelsicherheit sowie den Umgang mit Wasser und Energie. Der Schwerpunkt liegt auf Lösungen, die Betrieben helfen können, effizienter zu arbeiten und zugleich auf steigende Anforderungen an Nachhaltigkeit, Rückverfolgbarkeit und Ressourcenschonung zu reagieren.
Ein eigener Bereich für Food Life Science widmet sich Technologien, die die nächste Generation der Lebensmittelproduktion prägen könnten. Zu den Themen gehören künstliche Intelligenz, digitale Zwillinge, kultiviertes Fleisch und alternative Proteinquellen. Damit werden Entwicklungen, die häufig abstrakt diskutiert werden, mit konkreten Fragen aus Produktion und Wirtschaft verbunden.
So geht es unter anderem um das Zusammenspiel digitaler Zwillinge mit industrieller künstlicher Intelligenz. Digitale Modelle können Produktionsabläufe abbilden, Leistungsdaten auswerten und mögliche Veränderungen zunächst virtuell testen. Auch Verfahren, bei denen Mikroorganismen unter Einsatz von Kohlendioxid und Strom Proteine erzeugen, werden als Teil der Diskussion über neue Produktionswege vorgestellt.
Wasser, Energie und Verpackung im Mittelpunkt
Besonders praxisnah ist das Programm auf der Water & Energy Stage. Dort geht es um Energieeffizienz, eine flexiblere Nutzung von Strom, einen geringeren Wasserverbrauch und alternative Wasserquellen. Für Lebensmittelhersteller sind diese Fragen nicht nur ökologische Themen, sondern auch mit Betriebskosten, Versorgungssicherheit und gesetzlichen Anforderungen verbunden.
Verpackung und Kennzeichnung erhalten einen eigenen Ausstellungs- und Konferenzbereich. Die angekündigten Beiträge behandeln unter anderem Rückverfolgbarkeit, zweidimensionale Barcodes, die Maschinenverordnung und kreislauffähige Verpackungslösungen. Auch die Lebensmittelsicherheit nimmt breiten Raum ein, etwa durch Fachbeiträge zu hygienischem Design und Materialien mit Lebensmittelkontakt.
Die Verbindung von Produktionstechnik und Ressourceneffizienz entspricht der Struktur der dänischen Lebensmittelbranche. Unternehmen, Forschungseinrichtungen und öffentliche Institutionen arbeiten häufig eng zusammen. Food Nation Denmark beschreibt die FoodTech als Ort, an dem Firmen neue Lieferanten, Partner und Fachleute für effizientere und ressourcenschonendere Produktionsverfahren treffen können. ([foodnationdenmark.com](https://foodnationdenmark.com/events/foodtech-2026/?utm_source=openai))
Qualität und Geschmack bleiben sichtbar
Bei aller Technik bleibt die Messe eng mit den Lebensmitteln selbst verbunden. Parallel zur FoodTech findet der International Food Contest statt. Rund 1.100 Milchprodukte wurden zur professionellen Bewertung eingereicht. Besucher können die Beurteilung verfolgen und die ausgezeichneten Produkte der nordischen Milchwirtschaft kennenlernen.
Im Bereich World of Beer treffen Brauereien, Technologieanbieter und Branchenfachleute zusammen. Eine Fachveranstaltung beschäftigt sich mit der Kombination von Bier und Käse. Diese Angebote richten sich vor allem an ein Fachpublikum, machen aber zugleich sichtbar, wie eng Produktionsverfahren, Qualitätskontrolle und das spätere Geschmackserlebnis miteinander verbunden sind.
Ein eigener Startup-Bereich soll junge Unternehmen mit Investoren und etablierten Lebensmittelherstellern zusammenbringen. Darüber hinaus zeigt ein 3D-Druck-Bereich mögliche industrielle Anwendungen. Bei einer dänischen Meisterschaft können Berufsschüler ihre technischen Fähigkeiten unter Beweis stellen und den Kontakt zur Lebensmittelbranche vertiefen.
Warum Herning über die Messe hinaus interessant ist
Die FoodTech ist keine öffentliche Genussmesse, ihre Themen betreffen jedoch den Alltag. Effizientere Verfahren können Versorgung und Wettbewerbsfähigkeit stärken. Eine bessere Rückverfolgbarkeit kann das Vertrauen in Lieferketten erhöhen. Ein geringerer Wasser- und Energieverbrauch entlastet Ressourcen, während neue Proteinverfahren das Angebot künftiger Lebensmittel erweitern könnten.
Die Veranstaltung zeigt zugleich, wie die dänische Branche mit Veränderung umgeht: durch Demonstrationen, Partnerschaften und anwendbares Wissen statt durch ein einzelnes Heilsversprechen. Die wichtigste Botschaft aus Herning lautet, dass die Zukunft der Ernährung nicht nur in Laboren entsteht. Sie entwickelt sich ebenso in Produktionshallen, Verpackungsabteilungen und in der Zusammenarbeit entlang der gesamten Lieferkette.






















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